Oft hört man vom MOA – doch was ist MOA eigentlich und wofür wird es verwendet? In der Algatec Academy erklären wir dieses grundlegende Konzept kurz und verständlich, da es für das Einschießen von Zielfernrohren unverzichtbar ist.
Was ist MOA?
Um die Definition von MOA zu verstehen, muss man zunächst wissen, wofür die Abkürzung steht. MOA bedeutet im Englischen „Minute of Angle“, also Winkelminute. Es handelt sich dabei um eine Winkelmaßeinheit, die dem sechzigsten Teil (1/60) eines Grades entspricht.
Das heißt: Teilt man einen Winkelgrad in 60 gleiche Teile, entspricht jeder dieser Teile einem MOA.
MOA auf 100 Meter
Als Referenzwert gilt 1 MOA auf 100 Yards (91,44 Meter), was 1,145 Zoll entspricht. Übertragen auf das metrische System entspricht 1 MOA auf 100 Meter etwa 2,9 cm (in der Praxis meist auf 3 cm gerundet).
Da MOA eine Winkelmessung ist, verändert sich ihr Wert abhängig von der Schussdistanz. So beträgt der Wert bei 50 Metern nur die Hälfte, also etwa 1,45 cm.
- MOA bei unterschiedlichen Entfernungen (ungefähre Werte):
- 1 MOA = 3 cm auf 100 m
- 1 MOA = 6 cm auf 200 m
- 1 MOA = 9 cm auf 300 m
- 1 MOA = 12 cm auf 400 m
- 1 MOA = 15 cm auf 500 m
Ein Zielfernrohr mit MOA einschießen
Im Folgenden sehen Sie eine Darstellung des Zusammenhangs zwischen MOA-Wert und Schussdistanz – von 0 bis 200 Metern. Mit diesem System können Sie Ihr Zielfernrohr effektiv auf unterschiedliche Entfernungen einstellen.
Diese grundlegenden Kenntnisse sind entscheidend, um ein Zielfernrohr korrekt einzuschießen. Es macht einen großen Unterschied, ob auf 50 oder auf 100 Meter geschossen wird. Eine gute Treffergruppe auf 50 Meter kann auf 100 Meter bereits unpräzise sein.
Daher muss die jeweilige Entfernung immer in Relation zum MOA-Wert berücksichtigt werden, damit die Schüsse zuverlässig im Ziel landen.
Eine enge Treffergruppe zu erzielen ist das Ziel jedes Schützen. Allerdings hängen die Anforderungen an die Präzision stark vom Einsatzzweck ab: Von einem Zielfernrohr für die Drückjagd auf einen flüchtigen Keiler auf 60 Meter kann man nicht dieselbe Präzision erwarten wie von einer Optik für die Pirschjagd, bei der Schüsse auf Entfernungen von über 150 oder sogar 200 Metern möglich sind.
Womit wird ein Zielfernrohr eingestellt?
Zur Einstellung der Treffpunktlage werden die Verstelltürme (Türme) des Zielfernrohrs verwendet. Mit ihnen wird das Absehen entsprechend der gewünschten Schussdistanz justiert.
Diese Einstellungen erfolgen in sogenannten „Klicks“. Jeder Klick entspricht einer bestimmten MOA-Korrektur. Auf diese Weise wird das Zielfernrohr optimal auf die jeweilige Entfernung eingestellt, um eine höhere Trefferwahrscheinlichkeit zu gewährleisten.
Zur Entfernungsbestimmung kann ein Entfernungsmesser oder ein Laser-Entfernungsmesser von Bushnell verwendet werden.
Üblicherweise entspricht ein Klick bei Zielfernrohren 1/4 MOA. Zielfernrohre für Präzisions- und Long-Range-Schießen bieten oft feinere Einstellungen mit 1/8 MOA pro Klick.
Zielfernrohre mit MOA-System
Sowohl für Luftgewehre als auch für Pistolen gibt es eine große Auswahl an Zielfernrohren, die das MOA-System zur Einstellung der Optik verwenden. Nachfolgend zeigen wir einige Beispiele – viele weitere Modelle finden Sie in unserem vollständigen Sortiment an Zielfernrohren und Optiken.
Zielfernrohre mit 2 MOA:
- AIMPOINT ROTPUNKTZIelfernrohr 9000SC 2 MOA
- AIMPOINT ROTPUNKTZIelfernrohr HUNTER H30L 2 MOA
- AIMPOINT MICRO ROTPUNKTZIelfernrohr
- BLASER H-2 2 MOA
Zielfernrohre mit 4 MOA:
- AIMPOINT MICRO H-2 4 MOA
- AIMPOINT MICRO H-1 4 MOA
- AIMPOINT ROTPUNKTZIelfernrohr 9000L 4 MOA
- AIMPOINT ROTPUNKTZIelfernrohr 9000SC 4 MOA
Zielfernrohr mit 6 MOA:
- AIMPOINT MICRO S-1 6 MOA