Verstellbares Objektiv AO beim Zielfernrohr: Parallaxe, Side Focus und Field Target
Die Abkürzung AO findet man häufig bei Zielfernrohren für Luftgewehre, sportliches Schießen und Disziplinen wie Field Target. AO steht für Adjustable Objective, also ein verstellbares Objektiv.
Seine Hauptaufgabe besteht nicht einfach darin, das Zielbild scharfzustellen. Durch das verstellbare Objektiv lässt sich das optische System an unterschiedliche Zielentfernungen anpassen, um den Parallaxenfehler zu minimieren und die Bildebene des Ziels möglichst genau mit der Ebene des Absehens zusammenzubringen.
Besonders wichtig wird dieser Parallaxenausgleich bei wechselnden Entfernungen, hohen Vergrößerungen und kleinen Zielen. Genau diese Bedingungen treten häufig beim Schießen mit Luftgewehren, bei Field Target, Hunter Field Target, Präzisionsdisziplinen und beim Schießen auf Metallsilhouetten auf.
Ein Zielfernrohr mit AO und ein Modell mit Side Focus lösen grundsätzlich dasselbe optische Problem. Der wichtigste Unterschied liegt darin, wo sich die Parallaxenverstellung befindet und wie komfortabel sie sich aus der Schießposition bedienen lässt.
Was bedeutet AO bei einem Zielfernrohr?
AO steht für Adjustable Objective. Bei einem Zielfernrohr mit verstellbarem Objektiv lässt sich der vordere Objektivbereich drehen, um die Optik auf unterschiedliche Zielentfernungen abzustimmen.
Durch diese Verstellung wird die Lage der Zielbildebene innerhalb des optischen Systems verändert. Ziel ist es, die Abbildung des Ziels möglichst exakt auf die Ebene des Absehens zu legen und dadurch den Parallaxenfehler zu reduzieren.
Deshalb ist die Bezeichnung Parallaxenausgleich über das Objektiv technisch präziser als die vereinfachte Beschreibung als reiner Frontfokus.
Was ist Parallaxe bei einem Zielfernrohr?
Parallaxe entsteht, wenn sich das Bild des Ziels und das Absehen nicht exakt in derselben optischen Ebene befinden.
Bewegt der Schütze den Kopf oder das Auge leicht seitlich, kann das Absehen scheinbar über dem Ziel wandern, obwohl sich das Gewehr selbst nicht bewegt.
Diese scheinbare Verschiebung kann zu Zielabweichungen führen. Besonders deutlich wird sie bei kleinen Zielen, kurzen Entfernungen und hohen Vergrößerungen.
Eine ausführliche Erklärung findest du in unserem Leitfaden zum Einstellen der Parallaxe beim Zielfernrohr.
Okular und Parallaxenausgleich erfüllen unterschiedliche Aufgaben
Diese Unterscheidung ist entscheidend.
Die Dioptrieneinstellung am Okular dient dazu, das Absehen an das Auge des Schützen anzupassen und scharf darzustellen.
AO oder Side Focus wirken dagegen auf die optische Abbildung des Ziels und den Parallaxenfehler bei einer bestimmten Entfernung.
Ist das Absehen unscharf, sollte deshalb zunächst die Dioptrieneinstellung kontrolliert werden. Bewegt sich das Absehen dagegen scheinbar über dem Ziel, wenn das Auge leicht seitlich versetzt wird, muss der Parallaxenausgleich überprüft werden.
Wie funktioniert ein verstellbares Objektiv?
Bei einem AO-Zielfernrohr dreht der Schütze den vorderen Objektivring, bis die Einstellung zur jeweiligen Zielentfernung passt.
Viele Hersteller bringen Entfernungsmarkierungen auf dem Objektivring an. Diese Werte sind nützliche Anhaltspunkte, sollten jedoch nicht mit einer exakten Entfernungsmessung verwechselt werden.
Optische Toleranzen, Vergrößerung, Sehvermögen, Lichtverhältnisse, Temperatur und Konstruktion des Zielfernrohrs können dazu führen, dass die optimale Einstellung nicht exakt mit der aufgedruckten Distanz übereinstimmt.
Parallaxe richtig kontrollieren
- Gewehr oder Luftgewehr sicher und stabil auflegen.
- Zuerst das Okular so einstellen, dass das Absehen scharf erscheint.
- Ein Ziel auf bekannter Entfernung anvisieren.
- Das verstellbare Objektiv langsam drehen, bis das Zielbild klar erscheint.
- Ohne das Gewehr zu bewegen, die Position des Auges leicht seitlich verändern.
- Beobachten, ob sich das Absehen scheinbar über dem Ziel bewegt.
- Das AO so lange feinjustieren, bis diese scheinbare Bewegung möglichst gering ist.
Ein scharfes Zielbild liegt meist in der Nähe der richtigen Einstellung. Entscheidend ist jedoch, ob beim leichten Versetzen des Auges noch eine relative Bewegung zwischen Absehen und Ziel sichtbar bleibt.
AO oder Side Focus: Wo liegt der Unterschied?
Sowohl ein Adjustable Objective als auch ein Side Focus dienen dem Parallaxenausgleich.
Beim AO befindet sich die Verstellung vorne am Objektiv. Beim Side Focus sitzt der Einstellknopf normalerweise seitlich am Mittelrohr des Zielfernrohrs.
Vorteile eines verstellbaren Objektivs
- Einfache und bewährte Konstruktion.
- Sehr verbreitet bei Luftgewehr-Zielfernrohren.
- Parallaxenausgleich auch auf kurze Entfernungen möglich.
- Oft sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
- Bei vielen Modellen für Freizeit- und Sportschießen verfügbar.
Nachteile eines verstellbaren Objektivs
- Zum Einstellen muss die Hand bis zum vorderen Ende des Zielfernrohrs greifen.
- Aus manchen Schießpositionen weniger ergonomisch.
- Sehr feine Korrekturen können schwieriger sein.
- Entfernungsmarkierungen sind aus der Anschlagposition schlechter ablesbar.
Vorteile eines Side Focus
- Der Einstellknopf befindet sich näher an der natürlichen Handposition.
- Feine Einstellungen lassen sich leichter aus der Schießposition vornehmen.
- Besonders komfortabel bei häufig wechselnden Distanzen.
- Große Seitenräder ermöglichen eine feinere Skalierung.
- Sehr verbreitet bei spezialisierten Field-Target-Zielfernrohren.
Ist AO oder Side Focus besser?
Das hängt vom Einsatzzweck ab.
Für Freizeit, Training und viele Luftgewehre bietet ein gutes AO-Zielfernrohr eine sehr funktionale und preislich interessante Lösung.
Wer den Parallaxenausgleich häufig verändert, sehr kleine Distanzunterschiede erkennen möchte oder aus einer stabilen Position möglichst ergonomisch arbeiten will, profitiert häufig von Side Focus.
Deshalb findet man AO besonders oft bei Luftgewehr-Zielfernrohren der Einsteiger- und Mittelklasse, während fortgeschrittene Field-Target-Optiken häufig eine seitliche Parallaxenverstellung mit großem Seitenrad besitzen.
Warum ist AO bei Luftgewehren besonders wichtig?
Luftgewehre werden häufig auf deutlich kürzere Entfernungen geschossen als klassische Jagdgewehre.
Viele Zielfernrohre, die ursprünglich für Zentralfeuergewehre entwickelt wurden, besitzen einen fest eingestellten Parallaxenbereich, der für Distanzen von 10, 15, 20, 25 oder 30 Metern nicht ideal sein muss.
Ein verstellbares Objektiv oder Side Focus ermöglicht dagegen, die Optik genau auf die beim Luftgewehr typischen Entfernungen abzustimmen.
Deshalb findest du in unserer Kategorie Zielfernrohre für Luftgewehre zahlreiche Modelle mit AO oder einstellbarem Parallaxenausgleich.
AO beim Field Target
Field Target gehört zu den Disziplinen, in denen der Parallaxenausgleich besonders intensiv genutzt wird.
Geschossen wird auf klappbare Metallziele in unterschiedlichen Entfernungen und mit verschieden großen Trefferzonen. Eine möglichst präzise Einschätzung der Entfernung ist entscheidend, weil sich die Flugbahn des Diabolos innerhalb des Wettkampfbereichs deutlich verändert.
Das Zielfernrohr dient deshalb nicht nur zum Zielen. Ein präziser Parallaxenausgleich kann zusätzlich als optisches Hilfsmittel zur Entfernungsschätzung genutzt werden.
Parallaxenausgleich zur Entfernungsschätzung
Bei Zielfernrohren mit hoher Vergrößerung kann die Schärfentiefe so gering sein, dass kleine Entfernungsunterschiede deutlich am Fokus erkennbar werden.
Der Schütze stellt den Parallaxenausgleich so ein, dass das Ziel optimal scharf erscheint, und vergleicht diese Position anschließend mit einer vorher selbst kalibrierten Entfernungsskala.
Genau deshalb sind große Seitenräder bei Field-Target-Zielfernrohren so verbreitet. Durch den größeren Durchmesser lassen sich die Markierungen für verschiedene Entfernungen weiter auseinanderlegen und feiner unterscheiden.
Das Zielfernrohr wird dadurch jedoch nicht zu einem elektronischen Entfernungsmesser. Es handelt sich um eine optische Distanzschätzung, die der Schütze zuvor mit seinem eigenen System kalibrieren muss.
AO, Side Focus und hohe Vergrößerungen beim Field Target
Hohe Vergrößerungen sind im Field Target sinnvoll, weil sie kleine Trefferzonen besser sichtbar machen und Veränderungen der Fokusebene deutlicher erkennen lassen.
Gleichzeitig bringen hohe Vergrößerungen Nachteile mit sich: Bewegungen erscheinen stärker, das Sehfeld wird kleiner, die Augenposition wird kritischer und die Schärfentiefe sinkt.
Ein Field-Target-Zielfernrohr sollte daher immer als Gesamtsystem aus Vergrößerung, Absehen, Parallaxenausgleich, Verstelltürmen, optischer Qualität und Ergonomie betrachtet werden.
In der deutschen Kategorie für Luftgewehr-Zielfernrohre findest du unter anderem Modelle von Gamo, Norica und Nikko Stirling, darunter auch Optiken mit AO und hohen Vergrößerungsbereichen für FT-orientierte Anwendungen.
Hunter Field Target funktioniert anders als Field Target
Field Target und Hunter Field Target verwenden ähnliche klappbare Ziele und Luftgewehre, unterscheiden sich aber deutlich beim Umgang mit dem Zielfernrohr während des Wettkampfs.
Beim Hunter Field Target muss die Optik vor Beginn des Parcours vorbereitet werden. Nach den internationalen WHFTA-Regeln dürfen während des laufenden Parcours keine Einstellungen am Gewehr oder Zielfernrohr vorgenommen werden.
Parallaxe, Vergrößerung und andere relevante Einstellungen müssen deshalb vorher festgelegt werden.
Die Herausforderung ist eine andere als beim klassischen Field Target: Der Schütze benötigt eine Konfiguration, die über einen möglichst sinnvollen Entfernungsbereich brauchbar bleibt, ohne den Parallaxenausgleich an jedem Ziel neu einzustellen.
Schärfentiefe beim Hunter Field Target
Die Schärfentiefe spielt beim HFT eine besonders große Rolle.
Da der Parallaxenausgleich während des Parcours nicht verändert wird, sollte die gewählte Einstellung sowohl nähere als auch weiter entfernte Ziele ausreichend gut abbilden.
Ein extrem sensibler Fokus, der beim Field Target für die Entfernungsschätzung hilfreich sein kann, ist deshalb nicht automatisch die beste Lösung für HFT.
Ist ein AO-Zielfernrohr für Hunter Field Target sinnvoll?
Ja. Dass der Parallaxenausgleich während des Parcours nicht verändert werden darf, bedeutet nicht, dass AO beim HFT nutzlos ist.
Vor dem Wettkampf kann der Schütze verschiedene Einstellungen testen und diejenige Parallaxendistanz wählen, die für Vergrößerung, Zielbereiche und persönliche Technik den besten Kompromiss bietet.
Nach Beginn des Wettkampfs bleibt diese Einstellung entsprechend dem jeweiligen Reglement unverändert.
AO und Schießen auf Metallsilhouetten
Auch beim Schießen auf Metallsilhouetten kann ein korrekt eingestellter Parallaxenausgleich einen deutlichen Vorteil bieten.
Die Ziele besitzen definierte Formen und werden je nach Disziplin auf festgelegten Entfernungen beschossen. Besonders kleine Silhouetten können bei hoher Vergrößerung einen präzisen optischen Aufbau erforderlich machen.
Ist noch Restparallaxe vorhanden, kann bereits eine kleine Veränderung der Augenposition dazu führen, dass das Absehen scheinbar über der Silhouette wandert.
Ein AO-Zielfernrohr ist deshalb besonders interessant, wenn mit demselben Luftgewehr auf unterschiedliche Entfernungen trainiert oder auf kleine Metallziele geschossen wird.
Parallaxe und unterschiedliche Schießpositionen
Parallaxenfehler werden besonders relevant, wenn die Kopfposition hinter dem Zielfernrohr nicht bei jedem Schuss exakt identisch ist.
Beim Benchrest lässt sich eine sehr konstante Position relativ leicht wiederholen. Bei Field Target, Hunter Field Target oder beim Schießen auf Silhouetten können dagegen kniende, stehende oder durch den Schießstand vorgegebene Positionen hinzukommen.
Bei vorhandener Restparallaxe kann bereits eine kleine Veränderung der Augenposition eine scheinbare Verschiebung des Absehens verursachen.
Ein korrekt eingestellter Parallaxenausgleich und eine möglichst konstante Kopfposition gehören deshalb zusammen.
Gamo Zielfernrohre mit AO
Gamo bietet verschiedene Zielfernrohre mit verstellbarem Objektiv für Luftgewehre an.
Typische Konfigurationen reichen von kompakten 4x32-AO-Modellen über 3-9x40 AO und 4-12x44 AO bis zu 6-24x50 AO.
Damit deckt die Marke sowohl Freizeit- und Trainingsanwendungen als auch höhere Vergrößerungsbereiche ab, die für präziseres Scheibenschießen und Field Target interessant sein können.
Norica Zielfernrohre mit verstellbarem Objektiv
Auch Norica verwendet AO bei verschiedenen Zielfernrohren für Luftgewehre.
Modelle wie 3-9x40 AO, 4x32 AO oder ähnliche Konfigurationen zeigen, dass ein verstellbares Objektiv nicht ausschließlich spezialisierten Wettkampfoptiken vorbehalten ist.
Gerade bei den für Luftgewehre typischen kurzen und mittleren Distanzen bietet die Möglichkeit, den Parallaxenausgleich anzupassen, einen praktischen Vorteil.
Nikko Stirling und Luftgewehr-Zielfernrohre
Nikko Stirling ist stark mit dem Bereich Luftgewehr und sportliches Schießen verbunden.
Baureihen wie Panamax AO nutzen ein verstellbares Objektiv, während andere Serien abhängig vom Modell mit seitlichem Parallaxenausgleich arbeiten.
Damit bietet Nikko Stirling Lösungen für Freizeit, Training, Hunter Field Target, Field Target und andere Präzisionsdisziplinen.
Welche Vergrößerung ist für ein AO-Zielfernrohr sinnvoll?
AO sagt nichts darüber aus, welche Vergrößerung für den jeweiligen Schützen richtig ist.
Ein 3-9x40 AO kann für Freizeit und Präzisionsschießen auf mittlere Entfernungen sehr vielseitig sein.
Ein 4-12x44 AO bietet mehr Detailerkennung bei kleinen Zielen.
Konfigurationen wie 6-24x50 AO oder 8-32x56 liegen bereits deutlich näher am Field-Target- und Präzisionsbereich, in dem hohe Vergrößerungen sowohl beim Zielen als auch bei der optischen Entfernungsschätzung genutzt werden können.
Die Wahl sollte sich immer nach Disziplin, Zielgröße und realen Entfernungen richten und nicht nach der Vorstellung, dass eine höhere Vergrößerung automatisch mehr Präzision bedeutet.
Sind die Entfernungsangaben am AO exakt?
Nein. Die auf dem Objektivring aufgedruckten Entfernungen sollten als Orientierung verstanden werden.
Sie können der tatsächlichen Entfernung sehr nahekommen, müssen aber nicht exakt stimmen.
Für Freizeit und Training reicht diese Orientierung oft aus. Im Field Target oder bei besonders hohen Präzisionsanforderungen werden die Markierungen häufig auf tatsächlich gemessenen Entfernungen selbst überprüft und individuell kalibriert.
Kann man mit dem Parallaxenausgleich Entfernungen bestimmen?
Mit geeigneten Zielfernrohren lässt sich die Entfernung optisch abschätzen.
Das funktioniert besonders gut bei hohen Vergrößerungen und einem sehr fein reagierenden Side Focus.
Der Schütze ordnet dabei einer bestimmten Fokus- beziehungsweise Parallaxenposition eine zuvor bekannte Entfernung zu.
Je deutlicher der Übergang zwischen scharf und unscharf und je feiner die Skala, desto besser lassen sich nahe beieinanderliegende Entfernungen unterscheiden.
Genau deshalb sind große Seitenräder charakteristisch für viele Field-Target-Zielfernrohre.
AO, Absehen und Entfernungsschätzung
Auch das Absehen gehört zum Gesamtsystem.
Nachdem die Entfernung eingeschätzt wurde, muss der Schütze wissen, welche Korrektur für die Flugbahn des Diabolos erforderlich ist.
Je nach Disziplin kann diese Korrektur über Haltepunkte im Absehen oder über die Verstelltürme vorgenommen werden.
Mil-Dot- und andere Absehen mit definierten Winkelmarkierungen bieten zusätzliche Referenzen für unterschiedliche Distanzen.
Der Parallaxenausgleich unterstützt die optisch korrekte Beziehung zwischen Ziel und Absehen. Absehen und Verstelltürme dienen anschließend dazu, die erforderliche ballistische Korrektur umzusetzen.
AO oder feste Parallaxe beim Luftgewehr?
Ein Zielfernrohr mit fester Parallaxe kann vollkommen ausreichend sein, wenn überwiegend auf eine ähnliche Entfernung geschossen wird und keine besonders feinen Korrekturen erforderlich sind.
AO bietet mehr Flexibilität, wenn sich die Distanzen häufig ändern, auf kurze Entfernung geschossen wird oder kleine Ziele hohe Anforderungen an die Präzision stellen.
Für einfaches Plinking auf einer relativ konstanten Entfernung kann ein fest eingestelltes Zielfernrohr genügen. Für Training auf unterschiedliche Entfernungen, kleine Ziele, Field Target oder technisch anspruchsvolleres Schießen gewinnt ein einstellbarer Parallaxenausgleich deutlich an Bedeutung.
Häufige Fehler bei AO-Zielfernrohren
AO nur zum Scharfstellen verwenden
Die Bildschärfe hilft bei der Einstellung, aber das technische Ziel besteht darin, den Parallaxenfehler zu minimieren.
Das Absehen mit dem AO scharfstellen
Die Schärfe des Absehens wird über die Dioptrieneinstellung am Okular angepasst.
Den aufgedruckten Entfernungen blind vertrauen
Die Markierungen sind Referenzwerte und sollten bei hohen Präzisionsanforderungen selbst überprüft werden.
AO und Side Focus für unterschiedliche Funktionen halten
Beide dienen dem Parallaxenausgleich. Der wichtigste Unterschied liegt in Mechanik und Ergonomie.
Glauben, dass hohe Vergrößerung Parallaxe beseitigt
Eine höhere Vergrößerung korrigiert keine Parallaxe. Im Gegenteil: Fehler können dadurch deutlicher sichtbar werden.
Den Parallaxenausgleich während eines HFT-Wettkampfs verändern
Bei Regelwerken wie WHFTA müssen die relevanten Einstellungen vor Beginn des Parcours festgelegt werden und dürfen während des laufenden Wettbewerbs nicht verändert werden.
Checkliste für ein Zielfernrohr mit verstellbarem Objektiv
- Die tatsächlichen Schussentfernungen bestimmen.
- Prüfen, ab welcher Mindestentfernung der Parallaxenausgleich funktioniert.
- Zwischen einfachem AO und ergonomischerem Side Focus wählen.
- Die Vergrößerung an Zielgröße und Disziplin anpassen.
- Bei Luftgewehren besonders auf einen für kurze Distanzen geeigneten Parallaxenausgleich achten.
- Für Field Target die Sensibilität des Fokus und die Möglichkeit zur Distanzkalibrierung prüfen.
- Für HFT eine sinnvolle feste Einstellung und ausreichende Schärfentiefe suchen.
- Ein zum Einsatzzweck passendes Absehen wählen.
- Bei Federkolben-Luftgewehren auf ausreichende Belastbarkeit des Zielfernrohrs achten.
- Zielfernrohr, Luftgewehr, Diabolos, Montage und Disziplin immer als Gesamtsystem betrachten.
Welches AO-Zielfernrohr wählen?
Für Einstieg und Freizeit können 4x32 AO oder 3-9x40 AO eine einfache und vielseitige Lösung darstellen.
Wer auf kleinere Ziele und unterschiedliche Entfernungen schießt, kann mit einem 4-12x44 AO mehr Reserven erhalten.
Für Field Target und fortgeschrittenes Präzisionsschießen werden hohe Vergrößerungen und besonders fein einstellbare Parallaxensysteme deutlich interessanter.
In Carbin findest du eine Auswahl an Zielfernrohren für Luftgewehre sowie spezialisierte Modelle von Nikko Stirling und weiteren Herstellern für Luftgewehr- und Präzisionsoptik.
AO als Teil des gesamten optischen Systems
Ein verstellbares Objektiv sollte niemals isoliert betrachtet werden.
Die Leistung eines Zielfernrohrs ergibt sich aus dem Zusammenspiel von Vergrößerung, Parallaxenausgleich, Absehen, optischer Qualität, Augenposition, Verstelltürmen, Montage und dem verwendeten Luftgewehr.
Gerade bei Field Target, Hunter Field Target und kleinen Metallzielen ist dieses Zusammenspiel wichtiger als eine möglichst hohe Vergrößerungszahl allein.
Wenn du tiefer in das Thema einsteigen möchtest, lies unseren Leitfaden zum richtigen Einstellen der Parallaxe beim Zielfernrohr oder vergleiche unsere Luftgewehr-Zielfernrohre mit AO und Parallaxenausgleich.